Ein wichtiger Baustein der Wunderline

terra infrastructure GmbH

Ein wichtiger Baustein der Wunderline

21. Mai 2026

Ein wichtiger Baustein der Wunderline

terra infrastructure liefert Spundbohlen für neuen Bahnhof Ihrhove

Seit 2023 wird mit Hochdruck an der grenzüberschreitenden Bahnverbindung zwischen Bremen und Groningen gearbeitet. Die unter dem Namen Wunderline bekannte, 173 Kilometer lange Bahnstrecke wird modernisiert, um die Reisezeit zu verkürzen und die Infrastruktur beiderseits der Grenze nachhaltig zu stärken. Ein Baustein des Gesamtprojektes ist der Neubau des Bahnhofs Ihrhove, der zukünftig den Ort an das öffentliche Schienennetz anschließt und im Auftrag der Deutschen Bahn AG realisiert wird.

Für den komplett neuen Haltepunkt errichtete die Heisig Spezialtief- und Wasserbau GmbH, Winsen (Aller), im Auftrag der Albert Fischer GmbH, Elze, auf einer Länge von rund 350 Metern eine Spundwand, die als Stützwand dient und gleichzeitig ein angrenzendes Biotop schützt. Zum Einsatz kamen hier Doppelbohlen tkI 603 der terra infrastructure GmbH, die teilbeschichtet auf die Baustelle geliefert wurden.

Neubau in sensibler Umgebung

Anders als an vielen Haltepunkten entlang der Wunderline handelt es sich in Ihrhove nicht um eine Modernisierung im Bestand. Der frühere Bahnhof wurde bereits in den 1970er Jahren teilweise abgerissen. Der neue Haltepunkt entsteht daher an einem anderen Standort, der eine zeitgemäße Einbindung in die modernisierte Strecke sowie die Umsetzung heutiger Bedarfe an die Barrierefreiheit ermöglicht. Die Standortwahl stellte jedoch besondere Anforderungen an die Bauausführung: Der neue Bahnhof grenzt unmittelbar an ein Biotop mit einem Gewässer.

Gebaut wurden zwei versetzt angeordnete Außenbahnsteige mit einer Länge von jeweils 120 Metern. Dabei befindet sich das Gewässer in direkter Nähe zu dem Bahnsteig am neuen Gleis 1, was die Herstellung einer regelkonformen Böschung an der Rückseite ausschloss. Anstelle dessen entstand zur Absicherung der Bahnsteighinterkante eine Stützwand, bestehend aus einer Stahl-Spundwand mit Kopfbalken aus Beton, auf dem abschließend ein Geländer montiert wurde. Um auch entlang der neuen Zuwegung vom Gleis 1 zum Bahnübergang Leegmeedlandsweg die baulichen Anlagen und das Gewässer klar voneinander zu trennen, sahen die Planungen eine Verlängerung der Spundwand um rund 200 Meter vor.

Präzision unter engen Bedingungen

Für die Montage der Spundwand lieferte terra infrastructure insgesamt 284 Doppelbohlen und zwei Einzelbohlen des Typs tkl 603, jeweils teilbeschichtet und mit einer Länge von sieben Metern. Die warmgewalzten Profile verfügen über ausgezeichnete statische Eigenschaften und finden vor allem im Wasser-, Verkehrswege- und Tiefbau Verwendung. „Für das Projekt in Ihrhove sind die Bohlen im oberen Bereich auf einer Länge von 1,5 Metern beschichtet. Nach dem Einbau befindet sich dieser Teil oberhalb der Geländeoberfläche. Die Beschichtung der sichtbaren Fläche schützt vor Korrosion und erhöht die Lebensdauer der Spundwand“, wie terra infrastructure-Außendienstmitarbeiter Tim Bartels erläutert. Die Vorbeschichtung erfolgte in Dortmund bei der Walter Hartmann Industrie-Großanstriche, maschinelle Sandstrahlentrostung GmbH & Co. KG. „Beschichtete Bohlen erfordern im Handling besondere Sorgfalt, um Beschädigungen zu vermeiden. Bei diesem Projekt war jedoch keine Nachbeschichtung vor Ort notwendig – ein Hinweis darauf, wie präzise Heisig die Bohlen verbaut hat“, so Bartels weiter.

Die Montage selbst erfolgte mit hochfrequent arbeitender, erschütterungsarmer Maschinentechnik unter engsten Platzverhältnissen. „Uns stand eine nur vier Meter breite Arbeitsfläche zur Verfügung, um die Spundwand einzubauen. Dabei fanden die Arbeiten während des laufenden Zugverkehrs statt. Näherte sich ein Zug, haben wir die Arbeiten unterbrochen“, so Heisig-Bauleiter Jan ter Beek. Während der gesamten Bauzeit überwachten Sicherheitsposten den Bahnverkehr und warnten vor herannahenden Zügen. Die Lagerflächen waren ebenfalls stark begrenzt, sodass Materiallieferungen und Bauablauf minutiös aufeinander abgestimmt werden mussten. Als Puffer war immer eine Tagesleistung an Doppelbohlen vor Ort vorhanden.

Schutz des Biotops

Der Schutz der sensiblen Umgebung hatte bei der Maßnahme von Beginn an hohe Priorität. So wurde nicht nur die Spundwand zum Erhalt des angrenzenden Biotops und des Gewässers angelegt, sondern auch während der Bauarbeiten wurde großer Wert auf ein schonendes Vorgehen gelegt. Alle eingesetzten Maschinen liefen mit Bio-Öl, und die hochfrequent arbeitende, erschütterungsarme Technik beim Einvibrieren der Doppelbohlen minimierte die Belastungen für die angrenzenden Bahntrasse, den Boden und die Natur. Ergänzend wurde eine temporäre Baustraße aus Baggermatratzen angelegt, über die Maschinen und Material zur Einbaustelle transportiert werden konnten. Diese Matratzen dienen der Lastverteilung und sollen einer Verdichtung des Bodengefüges vorbeugen.

Dank der engen Abstimmung zwischen Heisig Spezialtief- und Wasserbau und terra infrastructure sowie der sorgfältigen Koordination zwischen Materiallieferung und Montage konnte das Projekt auch unter den engen Platzverhältnissen effizient umgesetzt werden. Nach nur vier Wochen Bauzeit waren die Arbeiten an der Spundwand erfolgreich abgeschlossen. Damit ist eine wichtige Bedingung erfüllt, damit die Wunderline zukünftig in Ihrhove halten kann.

Ansprechpartner:
Tim Bartels
Vertriebsaußendienst
Regionalbereich Nord
terra infrastructure GmbH
T: +49 173 2768437
tim.bartels@terra-infrastructure.com
www.terra-infrastructure.com