Große Sprünge trotz Zentimeterarbeit

ULMA

Große Sprünge trotz Zentimeterarbeit

13. Juni 2024

Große Sprünge trotz Zentimeterarbeit

ULMA-Lösungen bringt Gießener Gewerbepark voran

An der Seite mehrerer ULMA-Systeme, die bei den Rohbauarbeiten auf dem Heyligenstaedt-Areal in Gießen zum Einsatz kommen, ist zweifellos die von ULMA entwickelte Verbauschalung aus Stahlblech ein außergewöhnliches technisches Highlight. Trotz engster Arbeitsräume werden so perfekte Schalungsergebnisse möglich. Keineswegs weniger beeindruckend aber ist das Leistungsspektrum von ONADEK. Das modulare Deckensystem ermöglicht Kosteneinsparungen von bis zu 50 Prozent.

Platzmangel ist die größte Herausforderung beim Bau des neuen Gewerbeparks „Vier-Höfe-Quartier“ auf dem Gelände der ehemaligen Werkzeugfabrik Heyligenstaedt in Gießen. Durch die bereits existierende Bebauung und die Gleisanlage der Lahn-Kinzig-Bahn ist der Spielraum für die Arbeiten auf dem 6.000 m2 großen Areal enorm eingeschränkt. Besonders betrifft das die zu erstellenden Außenwände in den zwei Untergeschossen. Der zur Verfügung stehende Arbeitsraum zwischen der Baugrube und der Außenkante der Wand beträgt hier nur ein paar Zentimeter – deutlich zu wenig Platz also, um herkömmliche zweihäuptige Schalungssysteme einzusetzen. Dass die Bauarbeiten trotzdem gut vorankommen, ist einer Innovation der ULMA Construction GmbH, Rödermark, zu verdanken. Mit den platzsparenden Verbauschalungen aus Stahlblech, die auf der Innenseite mit der Wandschalung ORMA kombiniert werden, hat ULMA genau für beengte Baustellensituationen wie hier in Gießen die perfekte Antwort parat. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal von ULMA. Die Verbauschalungen aus Stahlblech haben den Ausschlag gegeben, dass wir uns für ULMA als Schalungshersteller entschieden haben“, unterstreicht Bauleiter Carsten Hubing von der ausführenden Faber & Schnepp Hoch- und Tiefbau GmbH, Langgöns.

Schnell und materialschonend

Damit auf eine Ankerbefestigung von hinten verzichtet werden kann, sind die 1,20 m breiten Elemente mit einer integrierten Schraubenmutter versehen, in die von der Innenseite aus Ankerstäbe eingebracht werden. Auf diese Weise bedarf es auch keiner Abstützblöcke. „Das funktioniert großartig und hat uns das Arbeiten enorm erleichtert. Normalerweise hätten wir den Berliner Verbau mit Kanthölzern und OSB-Platten für eine Negativschalung begradigen müssen, wobei die Negativschalung im Boden verblieben wäre. Stattdessen konnten wir hier dank der ULMA-Sonderlösung direkt gegen die Stahlbleche betonieren, die dann anschließend mit einem Kran wieder entfernt wurden“, hebt Hubing die Vorteile der ULMA-Lösung hervor. Bereits sieben Zentimeter reichen für den Einsatz der Stahlbleche aus.

Auch mit der Betreuung durch den Schalungshersteller ist man bei Faber & Schnepp hoch zufrieden. Anfängliche erste Unsicherheiten, wie die Stahlbleche am besten anzuwenden sind, konnten schnell im direkten Austausch mit den ULMA-Partnern vor Ort ausgeräumt werden. ULMA nahm auch die Einsatzplanung in die Hand.

Ein Dreamteam: ONADEK und ENKOFLEX

Aber auch die übrigen auf der Gießener Baustelle eingesetzten ULMA-Systeme stehen der technischen Raffinesse der Verbauschalung und ihren zeitsparenden, materialschonenden und wirtschaftlichen Vorteilen in nichts nach. Für die Decken kommen 1.500 m2 ONADEK zum Einsatz. Das modulare System ermöglicht dank seines durchdachten Fallkopfsystems ein Frühausschalen. Auf diese Weise können die Träger und Schaltafeln schnell weiterverwendet werden. „Nur die Stützen bleiben stehen. Das hält die notwendige Materialvorhaltung in Grenzen. Bei engen Platzverhältnissen ist dies doppelt vorteilhaft“, unterstreicht ULMA-Projektleiter Achim Watz. Mit dem aus leichten Stahlprofilen bestehenden ONADEK-System lassen sich große Flächen auch von unten schnell und sicher einschalen. Aber auch Unterzüge werden in dem neuen Gewerbepark am Aulweg mittels ONADEK erstellt. Für die Gießener Baustelle ideal zeigte sich die Kombination mit 700 m2 der Holzträgerdeckenschalung ENKOFLEX. „ENKOFLEX kommt überall dort zum Einsatz, wo Randbereiche nicht rechtwinklig verlaufen. Das ist zum Beispiel in einigen trapezförmig entworfenen Räumen der Fall“, erklärt ULMA-Projektingenieur Francesco Cinelli und verweist damit auf die besondere Anlage des Heyligenstaedt-Areals. Das Architekturbüro Snøhetta hatte zunächst die Außenbereiche geplant. Die drei für die rein gewerbliche Nutzung entworfenen Gebäude gruppieren sich um vier Innenhöfe herum. Neben Büroeinheiten ist die Ansiedlung von Arztpraxen angedacht, während das bereits bestehende Hotel Heyligenstaedt sein Angebot an Betten, Veranstaltungs- und Seminarräumen erweitert.

Im Herbst 2024 sollen die Rohbauarbeiten abgeschlossen sein. Nicht zuletzt dank der ULMA-Sonderlösung verläuft bisher alles nach Plan.